Spielbericht
 
VfB Fortuna Chemnitz - SV Olbernhau 0:2
Landesklasse Herren St. West - Sa. 02.12.2017, 13:30 Uhr

Aufstellung:
Schön - Weißbach, Dittrich, Weigel (C), Weckert - Neubert, Wiebel, Hofmann, Löbner (V) - Günther (62. Fotinho), Rüger (V/83. J. Schmidt)

Torschützen:
0:1 Fiebig (4.), 0:2 Uhlir (90. + 1.)

Zuschauer: 127

Schiedsrichter: Jan Windisch, David Weiß und Gustav Stiefel

Spitzenreiter Paroli geboten
Am letzten Spieltag der Hinrunde empfing unsere 1. Männermannschaft den unangefochtenen Klassenprimus SV Olbernhau. Alles andere als eine klare Niederlage gegen die Erzgebirger, die über einen Kader mit gutem Landesliganiveau verfügen, wäre eine faustdicke Überraschung gewesen. Am Ende stand ein 0:2 (0:1) auf der Anzeigetafel im Stadion an der Beyerstraße. Das nüchterne Ergebnis drückt nicht aus, dass der OSV bis in die Nachspielzeit um die drei Punkte zittern musste und am Ende sehr glücklich, aber keineswegs unverdient, dieses spannende und phasenweise richtig gutklassige Spiel gewann. Die Gäste erwischten den besseren Start und drückten die Fortuna gleich in die eigene Hälfte. In der vierten Spielminute gewann Manuel Neubert an der Außenlinie einen Zweikampf, spielte den Ball aber unglücklich in die Abwehr zurück. Dort bekam Ronny Weigel Schwierigkeiten und konnte nur die Fouloption ca. 20 Meter vor dem eigenen Tor ziehen. Den Freistoß brachte Martin Preißler auf den Kopf des völlig frei stehenden Roland Fiebig. Der Olberhauer Abwehrspieler hatte keine Mühe, zum 0:1 zu vollenden. Das war dann auch der „Weckruf“ für die Gastgeber, die nun mitspielten und sich keineswegs mit Mann und Maus vor dem eigenen Tor verschanzten. Florian Rüger beschäftigte nun ständig zwei, drei Gegenspieler und schuf Lücken für die nachrückenden Mittelfeldakteure. Der optisch überlegene OSV versuchte mit schnellen Angriffen über die Außenbahnen die Spielkontrolle zu behalten. So entwickelte sich ein rassiges Spiel meist zwischen den Strafräumen, allerdings mit wenigen klaren Tormöglichkeiten. Auf Olberhauer Seite blockte Rocco Dittrich mit großen Einsatz einen Schuss von Jakub Uhlir (19.) und Torwart David Schön war bei einer Aktion von Stephan Schäfer auf den Posten (31.). Auf der Gegenseite überlupfte Florian Rüger seinen Gegenspieler, verzog dann aber von der Strafraumgrenze (16.). Nach einem Freistoß von Florian Rüger aus dem Halbfeld kam Norman Weckert zum Kopfball, setzte diesen aber knapp am kurzen Pfosten vorbei (24.). Ein Schuss von Florian Rüger wurde vom Obernhauer Keeper Sebastian Kaden sicher aus dem Dreiangel gefischt (36.). Die zweite Halbzeit gehörte dann mit zunehmender Spielzeit immer mehr dem VfB Fortuna. Die Gäste zeigten nun ungewöhnliche Fehlabspiele im Spielaufbau und versuchten, mit einigen Schauspieleinlagen den Spielfluss der Fortuna immer wieder zu unterbrechen. Großes Glück hatten die Gäste in der 64. Spielminute. Der eingewechselte Filip Fotinho drang an der linken Grundlinie in den Olbernhauer Strafraum ein. Bei diesem Zweikampf kamen er und sein Gegenspieler ohne Foulspiel zu Fall. Der Obernhauer berührte den Ball danach noch vor dem Pfiff des Schiedsrichters absichtlich mit der Hand und beleidigte verbal den Chemnitzer Stürmer. Was jeder Zuschauer sah und hörte, hörte und sah der nur einem Meter neben dem „Tatort“ stehende Schiedsrichter Jan Windisch (Dresden-Gittersee) nicht. Statt roter Karte und Handstrafstoß wurde das Spiel mit Freistoß für Olbernhau fortgesetzt. Zwei Minuten später meisterte Sebastian Kaden einen Schuss von Alex Hofmann. In der 72. Spielminute kam nach einer Ecke von Florian Rüger Ronny Weigel zum Kopfball und verfehlte das Olbernhauer Tor nur knapp. In der 80. Spielminute drang der agile Max Löbner von der linken Außenbahn in den Strafraum ein, sein Schuss wurde aber von Patrick Spartmann im letzten Augenblick geblockt. In der 89. Spielminute schickte Alex Hofmann Filip Fotinho in den Strafraum, leider kam der Chemnitzer nur noch mit den Fußspitzen an den Ball, so dass Sebastian Kaden klären konnte. Den Chemnitzer Verantwortlichen fehlte in der Schlussphase der Mut, die Viererkette aufzulösen und mit dem kopfballstarken Norman Weckert nochmal für mehr Angriffsdruck im Olbernhauer Strafraum zu sorgen. So kam es dann wie es in solchen Spielen meist kommt. Ein von Ronny Weigel im Eifer des Gefechtes überhastet und ungenau ausgeführter Freistoß wurde von Martin Preißler abgefangen und sofort Jakub Uhlir bedient. Der tschechische Stürmer lief mutterseelenallein auf das Chemnitzer Tor zu und ließ sich die Chance zum 0:2 in der Nachspielzeit nicht entgehen (90. + 1.). Betrachtet man beide Halbzeiten geht der Sieg der Erzgebirger in Ordnung, fiel aber um ein Tor zu hoch aus. Die junge Chemnitzer Mannschaft hat aber gemerkt, dass sie durchaus mit so einem Spitzenteam mithalten kann. Schon nächsten Samstag zum Rückrundenauftakt zu Hause gegen Gelenau kann die Mannschaft zeigen, dass sie zurecht im oberen Mittelfeld der Tabelle steht und sich mit einem Heimsieg in die lange Winterpause verabschieden. (FR)