Spielbericht
 
VfB Fortuna Chemnitz - SV Merkur 06 Oelsnitz 4:3
Landesklasse Herren St. West - Sa. 15.09.2018, 15:00 Uhr

Aufstellung:
Voigt - Weckert, Weigel (V), Schwarz - Neubert, Groschopp (86. von der Mühlen), Hornig, Eberlein (C) - Müller (68. Clauß), Rüger, Fotinho (60. Vass)

Torschützen:
1:0 Rüger (33.), 1:1 Persigehl (39.), 2:1 Rüger (51.), 3:1 Groschopp (54.), 4:1 Eberlein (64.), 4:2 Schreiner (77.), 4:3 Persigehl (81.)

Zuschauer: 81

Schiedsrichter: Andre Schulze, Michael Manz und Laetitia Hain

Starke Mannschaftsleistung gegen Aufstiegsaspiranten
Bereits am 3. Spieltag der Landesklasse West trafen mit unserer 1. Männermannschaft und dem SV Merkur 06 Oelsnitz die beiden Teams aufeinander, die vor der Saison am meisten als Aufstiegskandidaten benannt wurden. Allerdings begann für beide die Saison nicht optimal, gewann man an den ersten beiden Spieltagen jeweils nur ein Spiel. Also galt für beide Teams, verlieren verboten, wollte man nicht den Anschluss an die Tabellenspitze vorerst verlieren. Zudem trafen mit Robert Hofmann und Florian Rüger die beiden Top-Torjäger der letzten Saison direkt aufeinander. Am Ende gewann unsere Fortuna dieses spannende und über weite Strecken gutklassige Spitzenspiel verdient mit 4:3 (1:1). Beide Teams begannen mit gehörigem Respekt voreinander und versuchten, dem Gegner nicht ins Spiel kommen zu lassen. Dabei hatten die Gäste bis zur 30. Spielminute wesentlich mehr vom Spiel und durch einen Kopfball vom Marcel Schuch auch eine gute Tormöglichkeit (17.). Jens Voigt im Chemnitzer Tor reagierte jedoch im großen Stil und lenke den Ball über die Querlatte. Nach gut einer halben Stunde erhöhte die Fortuna das Tempo. Nun wurde schnell und direkt kombiniert und man wurde selbst torgefährlich. Die ersten beiden guten Möglichkeiten von Max Müller (26., 32.) landeten noch neben dem Tor bzw. wurden vom Oelsnitzer Torwart Daniel Thoß gehalten. In der 36. Spielminute erreichte ein Anspiel Florian Rüger 20 Meter vor dem Gästetor. Der Chemnitzer setze sich im eins gegen eins gegen Ricardo Persigehl durch und vollendete unhaltbar zur Chemnitzer Führung. Davon zeigten sich die Vogtländer beeindruckt und so ergaben sich weitere gute Einschussmöglichkeiten für Norman Weckert (38.) und Filip Fotinho (39.). Ein unnötig fabrizierter Freistoß 18 Meter vor dem eigenen Tor führte dann aber zum überraschenden Ausgleichstreffer. Es hatte sich wohl bis zu den Fortunen noch nicht rumgesprochen, dass Merkur mit Ricardo Persigehl einen absoluten Freistoßexperten in ihren Reihen hat. Der Abwehrrecke schlenzte das Leder perfekt über die Chemnitzer Mauer in die Mitte des Tores zur Überraschung von Jens Voigt im VfB-Kasten. So ging es mit einem 1:1-Remis in die Kabinen, was zu diesem Zeitpunkt leistungsgerecht war. Die zweite Halbzeit gehörte dann ganz klar den Gastgebern. Die Fortunen begannen, wie sie die erste Halbzeit beendet hatten, mit schönen und schnellen Direktspiel aus der eigenen Abwehr. In der 52. Spielminute tanzte Florian Rüger im Oelsnitzer Strafraum drei Gegenspieler aus und ließ dann auch Daniel Thoß im gegnerischen Tor keine Chance zur Abwehr. Dieses sehenswerte 2:1 gab den Gastgebern noch mehr Aufwind. Angetrieben vom überragend agierenden Abwehrchef Ronny Weigel erspielte man sich nun Chance auf Chance. Nachdem er selbst eine gute Möglichkeit (54.) am langen Pfosten vorbeigeschoben hatte, passte Florian Rüger in der 56. Minute auf David Groschopp. Der Youngster im VfB-Dress ließ sich nicht lange bitten und schob zum 3:1 ein. Gute Möglichkeiten von Filip Fotinho (60.) und Norman Weckert (63.) blieben vorerst ungenutzt. In der 66. Spielminute setzte sich der kurz zuvor eingewechselte Gabor Vass auf der rechten Seite durch und passte zum am linken Strafraumeck einlaufenden Kevin Eberlein. Dessen strammer Linksschuss schlug zum 4:1 im Oelsnitzer Kasten ein. Weitere sehr gute Möglichkeiten, das Ergebnis auf 5:1 oder gar 6:1 zu erhöhen, vergab die junge Chemnitzer Mannschaft (Durchschnittsalter der Startelf war 21,3 Jahre) etwas leichtfertig. So scheiterten Max Clauß (72.) und Manuel Neubert (76.) am stark reagierenden Oelsnitzer Torwart Daniel Thoß. Ein Geschoss von Dominik Hornig landete zudem an der Querlatte des Tores (78.). Im Gegenzug verkürzten die nicht aufsteckenden Gäste auf 2:4. Willi Schreiner nutzte Abstimmungsprobleme in der Chemnitzer Hintermannschaft clever aus und verwandelte flach ins lange Eck (78.). Danach machte es Schiedsrichter Andre Schulze (Meißen) noch einmal spannend. Der Referee hatte bis dahin oft ein unglückliches Händchen bei der Beurteilung von Zweikämpfen. Als aber in der 83. Minute Marcel Schuch sich den Ball zu weit vorgelegt hatte und 20 Meter vor dem Chemnitzer Tor am nur stehenden Ronny Weigel „abprallte“, pfiff der Schiedsrichter wieder Freistoß. Ricardo Persigehl nahm dieses Geschenk dankend an und versenkte das Leder flach an der Mauer vorbei im rechten Eck. Wieder ein sehenswerter Treffer. In Gefahr geriet der Chemnitzer Sieg dadurch jedoch nicht mehr, da die Fortuna weiter nach vorn spielte. Norman Weckert vergab eine weitere Riesenmöglichkeit in der 90. Minute und Ricardo Persigehl hatte großes Glück als er in der Nachspielzeit, den frei durchlaufenden Florian Rüger an der Strafraumgrenze einfach umsenste und dafür nur die (dunkel)gelbe Karte sah. Am Ende ging der Sieg der jungen Fortuna-Elf aufgrund der Vielzahl der erspielten Chancen gegen einen starken Gegner völlig in Ordnung, hätte vielleicht sogar ein oder zwei Tore höher ausfallen können. (FR)